Solarstrom
Wie wir unseren Solarstrom verkaufen
Früher war es einfach: Eine Solaranlage einspeisen, Vergütung kassieren, fertig. Das hat sich grundlegend geändert. Mit dem neuen Stromgesetz, das seit Januar 2025 in Kraft ist, gibt es mehr Möglichkeiten, aber auch deutlich mehr Komplexität. Wir erklären, welche Modelle es gibt, was sie bedeuten und warum wir je nach Anlage unterschiedlich vorgehen.
Das Ziel: möglichst viel für unseren Solarstrom erhalten
Solarstrom produzieren ist das Eine. Ihn wirtschaftlich zu verkaufen das Andere. Der einfachste Weg, einfach ins Netz einspeisen, ist leider der schlechteste. Gerade im Sommer, wenn die Sonne stark scheint und alle Anlagen gleichzeitig produzieren, sind die Einspeisevergütungen so tief, dass sie oft nicht mal die Produktionskosten decken.
Deshalb prüfen wir für jede Anlage, welches Modell wirtschaftlich am sinnvollsten ist, und passen unsere Strategie an, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern.
Vier Modelle im Überblick
Das neue Stromgesetz eröffnet Solaranlagen-Betreibern verschiedene Möglichkeiten, ihren Strom zu vermarkten. Wir haben vier Modelle evaluiert, die für uns als Genossenschaft in Frage kommen, von der einfachen Netzeinspeisung bis zur lokalen Elektrizitätsgemeinschaft. Je nach Anlage, Standort und verfügbaren Abnehmern wählen wir das wirtschaftlich sinnvollste. Klicken Sie auf die vier Tabs, um mehr über das jeweilige Modell zu erfahren.
Netzeinspeisung
Das ist der Standardfall, der ohne jeglichen Vertrag funktioniert: Überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist, der Netzbetreiber vergütet ihn automatisch.
✓ Vorteil: Kein Aufwand, keine Verträge, keine Administration.
⚠ Nachteil: Die Vergütungspreise sind tief, besonders im Sommer, wenn viele Anlagen gleichzeitig produzieren. In Spitzenzeiten kann der Preis so niedrig sein, dass er nicht einmal die Herstellungskosten deckt. Dieses Modell kommt für uns nur dann in Frage, wenn kein wirtschaftlich besseres verfügbar ist.
Die Komplexität dahinter
Alle neueren Modelle teilen eine Grundherausforderung: Sie erfordern Verträge, Abrechnung, Datenmanagement und die Koordination mit dem Netzbetreiber. Was früher mit einem einzigen Einspeisevertrag erledigt war, erfordert heute ein Minimum an Betriebsinfrastruktur: Smart Meter, Datenaustausch mit dem Netzbetreiber, Abrechnungssoftware, Kundenverträge, Kreditoren- und Debitorenmanagement.
Wir gehen das bewusst schrittweise an, und prüfen für jede Anlage neu, welches Modell passt.
Wer noch tiefer in die Materie eintauchen möchte: Die Informationsplattform lokalerstrom.ch bietet neutrale und umfassende Erklärungen zu allen Modellen, von ZEV bis LEG, mit Vergleichstabellen, Musterverträgen und einer Übersicht von Abrechnungsdienstleistern.